Schlagwörter

, ,

Ebenso wichtig – wie die Funktion der Sinnesorgane – ist beim Sehen die Verarbeitung der Sinnesreize im Gehirn. Die Augen sind am Sehen nur zu weniger als 5 % beteiligt, während das Gehirn den Rest des Prozesses, die Koordination mit anderen Organen und Körperteilen, aber auch die Interpretation steuert (Hannaford, 2008a, p. 53). Für das Erlernen des Lesens, also dem Erkennen und Zuordnen insbesondere ähnlicher Buchstaben (z.B. p, d, b, q bzw. n und u), sowie das Verfolgen der Zeile müssen z.B. die visuellen Fähigkeiten (Fixieren, Binokularsehen, visuelle Figur-Grundwahrnehmung, Formenkonstanz und visuelle Raum-Lage-Orientierung) mit anderen sensomotorischen Eindrücken kombiniert werden (Beigel, 2004, p. 72ff). Insbesondere ausgeprägte Sakkaden (Blicksprünge) verhindern ein flüssiges Lesen.

Leser 1 der angehängten Abbildung (oben) entspricht einem Anfänger, der sich noch mühsam einzelne Buchstaben und Wörter erschließt, während erst Leser 3 problemlos auch den Inhalt des Textes erfassen kann.

Andere Probleme, wie z.B. eine Winkelfehlsichtigkeit (Abbildung unten), können zu wackelnden Buchstaben oder unruhigen Erscheinungsbildern des Textes führen, was ebenfalls das Lesen erschwert (Hahn & Hahn, 2007, p. 155f).

 

Beigel, D., 2004. Flügel und Wurzeln. Dortmund: verlag modernes lernen Borgmann KG.

Hahn, A. & Hahn, K., 2007. Geniefaktor – durch Früherkennung zum vollen Potenzial. Wels: editionBuch.Zeit.

Hannaford, C., 2008a. Bewegung – das Tor zum Lernen. Kirchzarten: VAK Verlags GmbH.

Advertisements