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Fast alles, was ein Mensch tut, ist in irgendeiner Art und Weise mit Bewegungen verbunden, welche über das Gehirn gesteuert werden. Probleme mit Ausführung von Bewegungen können also im Gehirn angelegt sein.
Trotz normaler oder gar guter Intelligenz und normaler Ausbildung der Muskulatur ist ein dyspraktisches Kind oft langsam und uneffektiv in seiner motorischen Planung. Ein apraktisches Kind kann fast überhaupt keine Bewegung planen.
Nun besteht aber in der Regel kein Grund zur Panik, denn das Gehirn wächst mit seinen Aufgaben und ist noch bis ins hohe Alter formbar.

Manchmal ist die schlechte Bewegungskoordination das Ergebnis einer unzureichenden sensorischen Integration, wobei am häufigsten die Ordnung taktiler (Berührung), vestibularer Gleichgewicht) und propriozeptiver Empfindungen (Eigenwahrnehmung) behindert ist.

Die Ursache selbst ist oft schwer zu erkennen, sondern erst an den Auswirkungen auf die Bewegungskoordination erkennbar.
Das Kind steckt nun viel Energie in seine Bewegungsplanung, und verliert dadurch die Leichtigkeit und Freude an ganz alltäglichen Aktivitäten, die andere mühelos zu bewältigen scheinen. Dadurch spielen sie anders als andere Kinder und kommen dadurch schlecht in Kontakt mit Gleichaltrigen. Dazu kommen Probleme durch die Reaktionen der Umwelt, weil oft etwas kaputt geht oder die Tolpatschigkeit unbeabsichtigt anderweitigen Schaden anrichtet.

Das Anziehen von Kleidung fällt schwer, wenn das Körperschema nicht ausreichend ausgebildet ist und das Kind keine Idee hat, wie es mit Knöpfen, Reißverschlüssen und Schnürsenkeln umgehen soll. Und auch der Gebrauch von Werkzeugen oder Stiften stellt große Schwierigkeiten dar. Aufforderungen zu Ordnung und Sauberkeit kann das Kind nicht nachkommen, weil es gar nicht weiß, wie es das umsetzen soll.

Da für jede Art der Bewegung andere Gehirnteile genutzt werden, kann es sein, dass andere Funktionen gut funktionieren. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Kinder könnten, wenn sie nur wollten und sich anstrengen würden. Ausgiebiges Üben kann bei einigen Bewegungen helfen, aber die natürliche Intiution fehlt einfach, so dass neue Aufgaben wieder einen aufwändigen Lernprozess erfordern.

Gerade die Schule setzt eine gute Verarbeitung und Koordination aller Sinneseindrücke voraus. Lernstörungen sind die Folge, wenn dies einfach nicht möglich ist, und schnell kommt auch Überforderung dazu, da sich eine schlechte Körperwahrnehrnung ungünstig auf Schreiben, Malen und Zeichnen auswirkt, mit Folgen auf alle kognitiven Herausforderungen.

Das Gefühl ungeeignet und machtlos zu sein, führt zu ungünstigen Folgen auf das Selbstbewusstsein und häufig zu weiteren emotionalen Problemen, die schließlich auch in Verhaltensauffälligkeit münden können.

Daher ist es wichtig früh anzusetzen, um den Ursachen auf die Spur zu kommen und dem Kind eine altersgemäße Entwicklung zu ermöglichen.

Die Entwicklungskinesiologie sowie die Auseinandersetzung mit persistierenden frühkindlichen Reflexen oder der sensorischen Integration können hier gute Dienste leisten.

Ayres, J, 2002. Bausteine der kindlichen Entwicklung. Springer

Beigel, D., 2004. Flügel und Wurzeln. Dortmund: verlag modernes lernen Borgmann KG.

Weitere Literatur …

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