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Eine Freundin erzählte schon vor längerer Zeit, dass sie jeden Morgen ihre „Morgenseiten“ schreibt. Drei DIN A4-Seiten, handgeschrieben. Jeden Morgen.

Was zunächst wie eine lästige Verpflichtung klang, hat mich nun auch gepackt, als ich die Handwriting-Funktion meines Tablets ausprobierte. Dies ist schnell zur Hand, da ich dort ohnehin die Tageszeitung lese, braucht keine gesonderte Unterlage oder einen sicheren Platz, der vor interessierten Blicken meiner Mitbewohner schützt.

Aber worum geht es nun dabei?

  • leichter Zugang zu sich selbst finden
  • Mitmenschen besser verstehen
  • Kreativität fördern

Und all das ohne Aufwand!

Denn man schreibt einfach nur so schnell wie möglich auf, was einem gerade in den Sinn kommt. Ungekürzt, unzensiert, unabhängig von Sinnhaftigkeit.
Es ist nicht wichtig, was man schreibt. Kein Tagebuch, kein ausgearbeiteter Text. Also alles kann, nichts muss.

Erst hierbei habe auch ich, die seit Jahren nichts mehr per Hand geschrieben hat, den Unterschied zwischen Handschrift und Computer-Tippen wahrgenommen. Denn die Form ist unwichtig, während ein PC oft zum Perfektionismus verleitet. Die Morgenseiten sieht schließlich niemand, nicht mal ich selbst!
Beim Lesen wären die gerade ausgeparkten Gedanken doch nur wieder im Kopf.

Das Spannende ist: es geht wirklich ganz schnell, gibt Gedanken einen Platz, so dass sie sich nicht im Kreis drehen müssen, reinigt und klärt.
Gleichzeitig stelle ich fest, dass ich vermehrt reflektiere, abstrahiere, aber auch andere Sichtweisen einnehme.
In Verbindung mit anderen Dingen ergibt sich so eine Möglichkeit des Wachstums und der Erweiterung, nicht zuletzt der Kreativität, denn manchmal möchte auch einfach nur Gekritzel aufs Papier (also hier die Glasoberfläche).

Endlich ein tägliches Ritual, das ich gern beibehalte.

 

Cameron, J. (2009). Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität. Knaur MensSana TB. Nur

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