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Bruce Lipton: Intelligente Zellen

ist eines der wichtigsten Bücher für mich.

Der Zellbiologe beschreibt hier auf leicht lesbare Weise, wie unsere Erfahrungen und (emotionalen) Prägungen sich auf unsere Gene auswirken und diese ein- ausschalten. Und bereits vorgeburtlich, aber auch noch nach der Geburt.

In der Folge bedeutet dies, dass wir den Genen nicht tatenlos ausgeliefert sind, sondern in vielen Bereichen selbst etwas für uns tun können, indem wir positiv denken, aber auch hinderliche Prägungen bearbeiten, z.B. mit Kinesiologie. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass eine verantwortungsbewusst durchgeführte systemische Aufstellungsarbeit hier ebenfalls gute Dienste leisten kann.

Während Bruce Lipton das in erster Linie mit gesundheitlichen Beispielen untermauert, habe ich als Bildungswissenschaftlerin das Lernen im Fokus.

Aber egal was: Es lohnt sich immer anzufangen!


Oder eine detailliertere Inhaltsangabe:

Moderne Sichtweisen, wie die Epigenetik können erklären, dass Erinnerungen und Erfahrungen in jeder Körperzelle gespeichert werden, und wie der Körper somit ganzheitlich lernt.

Mit der Entschlüsselung der DNS glaubte man den Schlüssel für die Gene, und damit für alle körperlichen Merkmale, Emotionen und Verhaltensweisen gefunden zu haben (Lipton, 2010, S. 21), musste später jedoch feststellen, dass die Anzahl zu unterscheidender Gene bei weitem nicht ausreicht, um die menschliche Komplexität zu erklären und sich darüber hinaus nur unwesentlich von der Anzahl Gene von Fadenwürmern oder Mäusen unterscheidet (Lipton, 2010, S. 62ff), und dass der Einfluss der DNS auch nach der Geburt durch Umwelteinflüsse veränderbar ist (Lipton, 2010, S. 67).

Man entdeckte weiterhin, dass aus Aminosäuren bestehende Eiweißketten den wichtigsten Baustein lebender Organismen darstellen. Die Struktur und das Verhalten der Proteine sind dabei nicht statisch, schon hängen entscheidend von Umwelteinflüssen ab (Lipton, 2010, S. 52ff). Weiterhin ummanteln die Proteinketten die DNS im Zellkern, so dass diese nicht frei zugänglich für Reproduktionsprozesse ist (Lipton, 2010, S. 68). Schließlich erkannte Lipton, dass die elektrische Ladung an den Rezeptoren über die Form der Proteine entscheiden, und dass sich der Zugang zur DNS und das Auslesen der Informationen über eine Veränderung des elektrischen Potenzials der Umgebung der Eiweißketten steuern lässt (Lipton, 2010, S. 81ff).

Durch Auseinandersetzung mit der Quantenphysik schloss Lipton schließlich auf die Bedeutung energetischer Zusammenhänge für den Menschen und jede seiner Zellen (Lipton, 2010, S. 110). „Alle Organismen, auch Menschen, nehmen ihre Umgebung durch Energiefelder wahr und kommunizieren durch sie“ (Lipton, 2010, S. 119). Im Gegensatz zu Descartes getrennter Betrachtung von Körper und Seele schließt Lipton auf die Beeinflussbarkeit des Körpers durch gedankliche Energien (Lipton, 2010, S. 123), und überträgt dies auf die Mechanismen auf Zellebene, wo Emotionen in Form elektrischer Impulse der Synapsen und des Nervensystems die Struktur der Proteinketten, und damit den Zugriff auf die DNS bestimmen (Lipton, 2010, S. 130), (Pert, 2001, S. 212ff).

Lipton differenziert nun zwischen bewussten (steuerbaren) und unterbewussten Prozessen, welche aufgrund auch körperlicher Erfahrungen ablaufen, und durch Wahrnehmung indirekt übernommen werden, auch wenn sie der eigenen Überzeugung widersprechen (Lipton, 2010, S. 132f). Die Wahrnehmung der Emotionen aus der Umwelt, z.B. prägender Menschen wie Eltern und Lehrer, haben demnach Auswirkungen auf die Aktivierung von DNS-Bestandteilen (Lipton, 2010, S. 154ff). Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass ein verändertes Denken auch Auswirkungen auf die eigenen biologischen, also körperlichen, Prozesse haben kann (Lipton, 2010, S. 135ff). Damit beschreibt Lipton auch das Lernen durch Beobachtung als Gewinn von Erfahrung (Lipton, 2010, S. 163).

Während das Bewusstsein durch gezielte Gedanken beeinflusst wird, besteht jedoch keine willentliche Steuerung des Unterbewusstseins, sondern stattdessen laufen interne Programme ab, die durch Erfahrungen und Emotionen geprägt sind (Lipton, 2010, S. 125ff).

Lipton kritisiert in seinen Ausführungen wie Merleau-Ponty das Newtonsche Weltbild und den Umgang mit nicht einzuordnenden Phänomenen (Lipton, 2010, S. 124), die häufig ignoriert oder bestritten werden. Mit seinen Entdeckungen zeigt Lipton andererseits die zeitliche Komponente von Wissenschaftlichkeit auf, die niemals weiß, welche Entwicklungen sich zukünftig ergeben können. Schließlich erwies sich auch die Annahme, dass z.B. alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten bereits entdeckt wären, schon mehrfach als falsch (Kaku, 2010, S. 358).

Festzuhalten bleibt, dass der Mensch nicht ausschließlich von seinen Genen abhängig ist, sondern dass verschiedene Kombinationen aktivierter Gene das körperliche und geistige Wohlbefinden beeinflussen. Auf Zellebene wirken hierbei elektrische Impulse, welche auf übergeordneter Ebene mit den Emotionen in Wechselwirkung stehen. Somit wird der Zusammenhang zwischen Salutogenese, Gedanken und Gefühlen nachvollziehbar, eingebettet in einen ganzheitlichen Ansatz.

Gleichzeitig eröffnet sich mit der Epigenetik aber auch die Möglichkeit einer späteren Veränderung von Bewusstsein, Unterbewusstsein und körperlich gespeicherten Erfahrungen (Lipton, 2010, S. 203ff).

Literatur:

Kaku, M. (2010). Die Physik des Unmöglichen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag.

Lipton, B. (2010). Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern. Burgrain: KOHA-Verlag GmbH.

Pert, C. B., 2001. Moleküle der Gefühle. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag GmbH.

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