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  • verschiedenste Ausprägungen
  • oft begleitet von Wahrnehmungs-, Teilleistungs- und Sprachstörungen oder motorischen Problemen
  • unabhängig von der Erziehung
  • unabhängig von der Intelligenz

In den letzten Jahren hört und liest man immer öfter von Kindern, die unter ADHS leiden. Aber was ist das überhaupt?

Die Abkürzung bedeutet Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität. Damit kann man zunächst nicht viel anfangen, denn zu dem Krankheitsbild gehören eine Vielzahl von Symptomen, die letztendlich unter einem Begriff zusammengefasst werden. Kein Kind hat jedoch genau die gleichen Schwierigkeiten, wie das andere.

Häufig gehen noch Lernstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie), Sprachstörungen, schlechte Schrift, auditive oder visuellen Wahrnehmungsstörungen oder motorische Probleme damit einher.

Oft kommt der berechtigte Einwand, dass es auch schon früher unruhige oder lernschwache Kinder gab. Das stimmt sicherlich, das beste Beispiel sind die im Struwwelpeter geschilderten Charaktere, die irgendwo ihre realen Vorbilder gehabt haben. Aber im Gegensatz zu früher sind die Kinder heute viel eher einer Leistungsgesellschaft ausgesetzt und müssen sich dieser schon in den frühesten Jahren beugen, so dass kein Freiraum für die individuelle Entwicklung bleibt. Außerdem ist ein erfolgreicher Schulbesuch heute wichtiger denn je um später einen Platz im Arbeitsleben zu finden. Und so nehmen diese Kinder nicht nur aufgrund ihres offensichtlichen Verhaltens eine Sonderrolle ein, sondern sie werden oft zusätzlich dem Druck unterworfen sich überall anpassen zu müssen und nie sie selbst sein zu dürfen.

Die Kinder verhalten sich von klein auf oft zapplig, unkonzentriert, laut, chaotisch, folgen Anweisungen nicht und wirken somit äußerst ungehorsam und als wenn sie sich nicht in ihre Umgebung einpassen wollten. Für ihre Hausaufgaben brauchen sie unendlich lange und spicken sie dennoch mit zahlreichen Fehlern, das Kinderzimmer ist nie aufgeräumt, sie verlieren ihre Sachen oder haben häufiger Unfälle als andere und geraten überall in Streit. Bei fast jeder Mahlzeit kippt das Getränk auf dem Tisch um und wenn sie fallen, dann fallen sie bestimmt in ein geparktes Fahrrad. Die alltäglichen Dinge werden für die ganze Familie zur Qual, weil sie oft mit unermüdlichen Erinnerungen oder Ermahnungen verbunden sind.

ADHS hat nichts mit Intelligenz zu tun, es kann sogar hochbegabte Kinder betreffen. Trotz teilweise überdurchschnittlicher Intelligenz haben die Kinder unerklärliche Schulschwierigkeiten, sowohl im kognitiven Bereich, denen auch mit ausgiebiger Nachhilfe nicht beizukommen ist, als auch im Sportunterricht, den sie durch ungebührliches Verhalten zu sabotieren scheinen.

Kurzum, diese Kinder sind für ihre Umwelt überaus anstrengend und treiben jeden, der mit ihnen näher zu tun hat, an die Grenzen der Belastbarkeit.

Als Sonderfall gibt es ADS, also das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ohne Hyperaktivität. Diese Kinder fallen zunächst nicht weiter auf, da sie die ruhigen sind, die nicht weiter stören. In der Schule bekommen sie dann jedoch oft die gleichen Lernschwierigkeiten, wie die Kinder mit ADHS und wirken unaufmerksam oder sogar teilnahmslos.

Während bei Jungen die Variante mit Hyperaktivität vorherrscht sind Mädchen eher von ADS betroffen. Die Verteilung liegt bei ca. 4:1, wird in unterschiedlichen Quellen aber verschieden angegeben. Insgesamt sind ungefähr 5% aller Kinder betroffen, aber auch diese Zahl schwankt stark.

Aufmerksamkeitdefizit-Syndrom ADS

Das Aufmerksamkeitsdefit-Syndrom (ADS) beschreibt einen Grad an Unaufmerksamkeit, der häufiger und stärker ausgeprägt ist als bei anderen Personen des gleichen Entwicklungsstadiums. ADS stellt eine Unterkategorie des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms mit Hyperaktivität (ADHS) dar. Die Diagnose sollte von einem ausgebildeten Mediziner oder Psychologen gestellt werden.

Anzeichen für ADS:

  • Aufmerksamkeitsstörungen besonders im schulischen Bereich
  • Unachtsamkeit, unordentliche Arbeit, Unzulängliches Durchdenken von Problemen
  • Impersistence (Störung, Aufgaben durchzuführen und zwischen verschiedenen Aufgabe zu wechseln)
  • Tagträume, scheint nicht zu hören oder Gesprächen zu folgen
  • Organisatorische Probleme
  • Fehlende Vorausplanung
  • Vermeidung von Aufgaben, die ständige Aufmerksamkeit oder Selbstmotivierung erfordern
  • leichte Ablenkbarkeit
  • Unfähigkeit, bei einer Sache zu bleiben
  • Schwierigkeit nach Gesprächen zu folgen, häufige Unterbrechungen und/oder Themenänderungen

Mehrere dieser Eigenschaften müssen nachweisbar sein, da einige der Eigenschaften bei allen Menschen vorhanden sind.

Während ADHS bei Jungen beträchtlich häufiger vorkommt als bei Mädchen (zwischen 3 und 5:1), ist das Verhältnis bei ADS ausgewogener.

ADS und ADHS sind unterschiedliche Diagnosekategorien. Neurologische Entwicklungsverzögerung NEV ist nicht bei allen diagnostizierten Kindern die Primärursache, aber es kann in vielen Fällen ein zugrunde liegender Faktor sein. Der Screening-Fragebogen stellt ein nützliches Hilfsmittel dar, um die Kinder zu identifizieren, die von einem Reflexanregungs- und Hemmungsprogramm profitieren würden.

Häufig gibt es Überschneidungen der Anzeichen und Symptome von Legasthenie, Dyspraxie und ADS. Z.B. teilen einige Kinder mit Legasthenie Symptome wie Gleichgewichtsprobleme, bilateraler Integration, räumlichen Fähigkeiten und dem Erkennen von Folgen mit Kindern mit Dyspraxie. Einige Kinder mit Dyspraxie zeigen bestimmte Eigenschaften der Lernschwierigkeiten von Legasthenikern, obwohl sie keine sind. Beide Gruppen teilen Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration. Wo Eigenschaften aller 3 Störungen koexistieren, ist NEV häufig ein zugrunde liegender allgemeiner Nenner. Der Fragebogen gibt Hilfestellung bei dieser Entscheidung.

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