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  • veränderte Hirnprogrammierung
  • oft liegen persistierende frühkindliche Reflexe vor
  • Auslöser oft in Schwangerschaft oder Geburt
  • u.v.a.m., die Auslöser können vielfältig sein

Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Sicher ist jedoch, dass die Ursache im neurologischen System einschließlich des Gehirnes zu finden ist. Seitens der Fachleute wird hier oft Dopamin-Mangel (ein Botenstoff) genannt, ebenso wahrscheinlich ist eine unzureichende Ausreifung der Nervenfasern im Gehirn, die mit Bildgebenden Verfahren festgestellt werden kann. Früher hieß das vergleichbare Krankheitsbild Hyperaktivität, davor aus dem englischen übersetzt Minimale Hirnfunktionsstörung. Eine genaue Ursache ist jedoch nach wie vor Spekulation.

Bei vielen betroffenen Kindern lassen sich irgendwo in der Entwicklung der ersten Jahre Einflussfaktoren feststellen, die den optimalen Entwicklungsprozess beeinflusst haben könnten, manchmal lassen sich die Auffälligkeiten aber auch über Generationen verfolgen, so dass ein genetischer Einfluss auf die Kindesentwicklung nahe liegt.

Doch wie kommt es dazu?

In diesem Artikel soll ein Ansatz verfolgt werden, der mit geringem Aufwand die Aussicht auf deutliche Besserung oder sogar Heilung verspricht.

Eine Forschergruppe in Großbritannien beschäftigt sich seit 20 Jahren mit diesem Thema und hat u.a. einen Zusammenhang mit Abweichungen im neurophysiologischen Aufrichtungsprozess als Hauptverursacher für verschiedene spätere Probleme identifiziert.

Dahinter steckt, dass jedes Kind schon im Mutterleib mit bestimmten Reflexen ausgestattet ist, welche ihm zur gegebenen Zeit das Überleben sichern sollen. Danach werden sie ihm Rahmen der normalen Entwicklung durch andere Bewegungs- und Verhaltensmuster abgelöst. Manchmal gelingt dieses jedoch aufgrund verschiedener Einflüsse nur unzureichend, so dass die Reflexe auch noch später ausgelöst werden können, wodurch den Kindern altersgemäßes Verhalten unmöglich ist. Die meisten, der ADHS-diagnostizierten Kinder weisen eine typische Konstellation an persistierenden frühkindlichen Reflexen auf, ebenso wie Kinder mit verschiedensten anderen Lern- und Entwicklungsstörungen. Zusammenfassend lässt sich das als neurologische Entwicklungsverzögerung beschreiben. Eine ausführliche weiterführende Darstellung dieses Themas würde hier jedoch den Rahmen sprengen.

In verschiedensten Ausprägungen ist das Persistieren bestimmter Reflexe bei uns allen der Fall, aber meist gelingt es die Hindernisse, die z.B. ein einzelner Reflex mit sich bringt zu kompensieren. Erst das gehäufte Auftreten mehrerer bestimmter Reflexe führt zu einem Kollabieren des Systems und spezifischen Auswirkungen wie ADHS oder anderer Auffälligkeiten. Ein persistierender Moro-Reflex kann z.B. neben einer niedrigen Reizschwelle auch Symptome des frühkindlichen Autismus hervorrufen. Verschiedene, bisher getrennt betrachtete Krankheitsbilder können demnach auf eine gemeinsame Ursache zurückgeführt werden.

Als Verursacher der Störungen des neurologischen Entwicklungsprozesses kommen zahlreiche minimale Störungen während der Schwangerschaft (Erkrankungen, Medikamente, emotionale Ereignisse), der Geburt (Sauerstoffmangel, Geburtstrauma, Nervenschädigungen) oder der ersten Lebensmonate (geringes Geburtsgewicht, Asymetrien wie z.B. KISSKopfgelenkInduzierte Symetrie-Störung, oder verformter Schädel) uva. in Frage.

In die letzte Gruppe fallen besonders die Kinder mit motorischen Problemen, daher wurde zusätzlich der Begriff KIDD (Kopfgelenk-Induzierte-Dyspraxie/Dysgnosie) geprägt. Dieses Krankheitsbild tritt auf, wenn das KISS eines Säuglings lange Zeit unbehandelt bleibt. Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit und einer erlernten Kompensationsmotorik kommt es z.B. zu Schwierigkeiten mit gezielten Bewegungen. Was als leichte Berührung geplant war, wird schnell als Schlag aufgefasst und das Kind wegen seiner Grobheiten angeprangert oder das Spiel mit Stöcken landet ungewollt im Auge. Und wen wundert es, dass ein Kind, welches seine Missgeschicke im Sportunterricht kennt, lieber herumkaspert als sich dem Spott der Kameraden auszusetzen? Bei Medizinern ist dieser Themenbereich jedoch entweder unbekannt oder sehr umstritten, obwohl es zahlreiche Beispiele gibt, dass es den Kindern nach Lösen der Blockaden der Halswirbelsäule besser ging. Und so bleibt es den Eltern überlassen, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Darüber hinaus weisen die meisten ADHS-Kinder Probleme mit der Hörwahrnehmung auf. Obwohl die Ohren technisch in Ordnung sind, gelingt der Transport der gehörten Information ins Gehirn nur unzureichend. Das reicht von zu verlangsamter Verarbeitung, so dass Teile einfach verloren gehen, über Wahrnehmungstrennschärfe (einige Laute können kaum unterschieden werden, so dass das Kind aus dem Zusammenhang raten muss, worum es geht) über Probleme mit der Tonhöhenunterscheidung, so dass feine Nuancen gar nicht wahrgenommen werden über und viele andere Schwierigkeiten. All dies trägt dazu bei, dass das Kind nicht problemlos an seiner Umwelt teilnehmen kann und dadurch zum Außenseiter wird, ohne dass Ursachen gefunden werden. Auditive und visuelle Wahrnehmungsstörungen treten besonders häufig bei Kindern mit zusätzlichen Lernproblemen auf. Die besprochenen Wahrnehmungsstörungen bleiben oft sogar während der Ausschlußdiagnostik unerkannt.

Bekanntestes Beispiel ist, dass Kinder, die nie gekrabbelt sind, ein erhöhtes Risiko der Legasthenie entwickeln. Dies wird durch Erfahrungen mit Naturvölkern belegt, die ihre Kinder aus Gefahrengründen während des gesamten ersten Lebensjahres auf dem Rücken tragen. Dadurch lernen diese nicht, ihre Augen auf Hand-Entfernung einzustellen und können in Folge in dieser Entfernung nicht scharf sehen, was das Lesen und Schreiben nahezu unmöglich macht. An ihre Umwelt sind diese Menschen aber optimal angepasst, sie treffen mit ihren Blasrohren Ziele in für uns nicht erkennbaren Entfernungen. Genauso kann das Krabbeln aber durch bestimmte persistierende frühkindliche Reflexe oder falsches Lagern (ständig in MaxiCosis oder Wippen, Verwendung des Gehfreis oder zu frühes Hinsetzen oder an der Hand laufen) behindert werden.

Weitere Ursachen können im Bereich Lebensmittelunverträglichkeit liegen. Insbesondere Milcheiweiß- oder Weizenmehlunverträglichkeiten, Zucker oder künstliche Farbstoffe erzeugen bei manchen Kindern hyperaktive Verhaltensweisen. Durch den Wandel der Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten in Richtung Fast-Food und Fertiggerichte ist eine Mangelernährung im Bezug auf Vitamine und Mineralstoffe sehr wahrscheinlich.

Auch eine selten untersuchte Stoffwechselstörung, die Pyrrolurie, ist Ursache zahlreicher ADHS-ähnlicher Symtome.

Vermutlich sind die Ursachen in einem Puzzle aus vielen dieser einzelnen Bausteine zu finden und so ist ein guter Spezialist gefordert um Hinweisen in allen Richtungen nachzugehen.

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