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Die Weltgesundheitsorganisation definiert die Lese-Rechtschreibschwäche (abgekürzt:LRS, lateinisch-griechisch: Legasthenie) als eine umschriebene Entwicklungsstörung der Lese und Schreibfähigkeiten. Die betroffenen Kinder fallen dadurch in der Schule auf, dass sie, mit Ausnahme der Leistungen beim Lesen und Schreiben, eigentlich gute schulische Leistungen erbringen. Bei der Rechenschwäche (Dyskalkulie) treten dieselben Probleme, bezogen auf die Rechenleistungen auf.

Kürzlich ist diese Definition wie folgt erweitert worden:

Ein komplizierter neurologischer Zustand, der im Ursprung konstitutionell ist. Die Symptome können verschiedene Bereiche des Lernens und Arbeitens beeinflussen und können als spezifische Schwierigkeiten im Lesen, Buchstabieren und Schreiben beschrieben werden. Ein oder mehrere Bereiche können beeinflusst sein: Zahlenverständnis, Notationsprobleme (Musik), Bewegungsfunktionen und organisatorische Fähigkeiten. Jedoch ist der Erwerb der Schriftsprache Sprache hauptsächlich betroffen, obwohl die gesprochenen Sprache bis zu einem gewissen Gradebenfalls betroffen sein kann.

Die Legasthenie-Forschung entwickelt sich laufend weiter, seit die Symptome von „Wortblindheit“ und Problemen mit dem visuellen Gedächtnis erstmalig 1890 durch Dr James Hinshelwood erkannt wurden. In den letzten 30 Jahren sind die Forschungen der 4 Hauptbereiche zusammengelaufen, von denen eine oder mehrere anwesend sein können:

  1. Schwierigkeiten mit der Automatisierung des Gleichgewichts
  2. Unreife motorische Koordination
  3. Probleme mit auditiver Verarbeitung
  4. Probleme mit visueller Verarbeitung

1996 stellten Forscher an der Universität von Sheffield fest, dass „Kinder mit Legasthenie Defizite in der phonologischen Fähigkeit, in der Verarbeitungsgeschwindigkeit, und der Bewegungsfähigkeit haben. Diese Defizite werden als Probleme der Verarbeitungsautomisierung bezeichnet und können normalerweise kompensiert werden.“ (Fawcett, Nicolson und Dekan 1996)

Wenn 2 oder mehr dieser Symptome anwesend sind, kann neurologische Entwicklungsverzögerung die Ursache sein.

Akademische Lernen ist auf gewisse Weise mit dem Bewegungssystem verbunden. Lesen ist nicht nur eine kognitive Aufgabe, sondern es erfordert darüber hinaus exakte und gut kontrollierte Augenbewegungen; Schreiben bezieht die Hand-Augenkoordination und die automatische Unterstützung des Haltungssystems mit ein. Das Haltesystem entwickelt sich, während das Kind Steuerung über sein Gleichgewicht gewinnt und dieses das bis dahin vorherrschende Reflexsystem ablöst. Unreife in der Entwicklung der ursprünglichen und Haltungsreflexe kann folglich eine direkte Auswirkung auf die bewegungsabhängigen Fähigkeiten und das akademische Lernen, welches mit Bewegung verbunden ist, haben.

Während es nicht gesagt werden kann, dass alle Legastheniker neurologisch entwicklungsverzögert sind, ist neurologische Entwicklungsverzögerung manchmal ein zugrundeliegendes Element bei Kindern, die nicht angemessen auf normale fehlerbehebende Intervention reagieren können.“ (Goddard Blythe 2001).

Die Diagnose Legasthenie sollte nur nach einer ausführlichen Einschätzung durch einen pädagogischen Psychologen oder einer anerkannten Organisationen gestellt werden. Jedoch kann eine Reflextherapie die zugrunde liegenden Funktionsstörungen durch passende Reflexanregungs- und Hemmungsprogramme beheben.

Es wird z.B. berichtet, dass bei verschiedenen Legasthenie-Studien keine Kontrollgruppe zustande kam, deren Mitglieder zwar über einen persistierenden ATNR verfügten, aber keine schulischen Probleme aufwiesen.

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