Hochsensibilität

Es ist lange her, seit ich diese Seiten geschrieben habe. Dazwischen lagen Jahre der Beschäftigung mit anderen Themen, die hier keinen Raum haben.

Aktuell stoße ich immer wieder auf das Thema Hochsensibilität. Verknüpft mit Hochbegabung, oder auch nicht.

Schon beim ersten Lesen von Andrea Brackmann „Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?“ fiel mir auf, dass die Beschreibungen der Hochsensiblen denen eines persistierenden Moro-Reflexes ähnelten. Natürlich klingt „Hochsensibel“ wertvoller als der Makel einer unzureichenden Entwicklung. Zudem geht der Trend dahin, dass jede/r so sein darf, wie er/sie ist, und sich die Gesellschaft danach zu richten hat.

Ich frage mich allerdings, womit man einer Person, die darunter leidet, dass sie „ist, wie sie ist“, den größeren Gefallen tut. Ist es besser zu intervenieren, damit die Person sich irgendwann nicht mehr selbst im Weg steht, selbst wenn das mit vorübergehendem Anerkennen von Unvollkommenheit einhergeht, mit dem Gewinn, später ein freies, uneingeschränktes Leben zu führen? Oder ist es besser, die Person zu stärken, ihre Einzigartigkeit zu unterstützen, ihr also zu einem unanzweifelbaren Kern zu verschaffen, selbst wenn das im Zusammentreffen mit anderen immer wieder zu Problemen führt?

Als ich vor langer Zeit vor einer ähnlichen Situation stand, habe ich mich für mich für den ersten Weg entschieden. Manchmal ein schwerer Weg, gegen viele Windmühlen, aber wenn ich heute auf das Ergebnis schaue, bin ich stolz auf das, was sich alles verändert hat, und vor allem auf das Ergebnis.